Förderung von Projekten zum Thema „Alternativmethoden zum Tierversuch“
Beschreibung
Deutschland ist auf dem Gebiet der Entwicklung und Förderung von Alternativmethoden zum Tierversuch einer der Vorreiter: Seit 40 Jahren unterstützt das Bundesforschungsministerium die Suche nach Ersatzmethoden zum Tierversuch – bislang mit rund 240 Millionen Euro für mehr als 700 Projekte. Die Förderung fußt auf dem sogenannten 3R-Konzept. Dazu zählen Testverfahren, die Tierversuche:
- durch alternative Methoden ersetzen (Replacement) oder
- wenn dies nicht möglich ist, die Zahl der benötigten Tiere zumindest auf ein Minimum reduzieren können (Reduction).
- Zudem soll das Leiden der Tiere verringert und aus dem einzelnen Tierversuch so viele Informationen wie möglich gewonnen werden (Refinement).
Die geförderten Projekte sind vielfältig und decken ein breites Spektrum an Alternativmethoden und Einsatzbereichen ab. So werden mithilfe dreidimensional wachsender Zellkulturen komplexe Strukturen des menschlichen Körpers nachgebaut – von einzelnen Geweben und Blutgefäßen bis hin zu kompletten Organen. Ein Beispiel hierfür ist künstlich hergestellte menschliche Haut. Auf dieser lässt sich die Wirkung von Chemikalien oder Arzneimitteln testen – nach Expertenmeinung sogar verlässlicher als auf der Haut von Versuchstieren. Dies verdeutlicht, dass Alternativmethoden nicht nur Tierversuche ersetzen, sondern auch den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn steigern können.
Um aussichtsreiche neue Ansätze noch schneller als bislang in die praktische Anwendung zu bringen, wurde die Förderung durch das Bundesforschungsministerium erweitert. Neben der Entwicklung von Ersatzmethoden werden verstärkt auch Konzepte und Strategien zur Einführung und Verbreitung von Alternativmethoden unterstützt, zum Beispiel Schulungen oder Trainingskurse. Neu ist auch, dass die Begleitung der Projekte durch erfahrene Mentoren gefördert werden kann. Diese unterstützen die Forscherinnen und Forscher dabei, den Alternativmethoden den Weg in die Praxis zu ebnen.
Hinweise zur Antragstellung
Es wird empfohlen, zur Antragsberatung und vor der Einreichung der Projektskizzen mit dem Projektträger Jülich Kontakt aufzunehmen. Weitere Informationen und Erläuterungen sind dort erhältlich.